Der vorgeschriebene Weg zum Fachanwaltstitel
Der Beruf setzt zwingend das Rechtswissenschaftsstudium mit zwei Staatsexamina, die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft sowie einen anschließenden Fachanwaltslehrgang voraus. Das Grundstudium an Universitäten wie der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Humboldt-Universität zu Berlin oder der Universität zu Köln umfasst 9 bis 10 Semester und schließt mit der Ersten Juristischen Prüfung ab. Darauf folgt der 24-monatige juristische Vorbereitungsdienst an den Oberlandesgerichten der Bundesländer bis zum Zweiten Staatsexamen.
Nach der Zulassung durch die Rechtsanwaltskammer müssen Bewerberinnen und Bewerber innerhalb der letzten sechs Jahre vor Antragstellung mindestens drei Jahre als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt tätig sein. Parallel absolvieren Sie den 120 Zeitstunden umfassenden Fachanwaltslehrgang Arbeitsrecht bei Anbietern wie der Deutschen Anwaltakademie oder dem Deutschen Anwaltsinstitut. Zusätzlich schreiben Sie drei fünfstündige Aufsichtsarbeiten und weisen 100 persönlich sowie weisungsfrei bearbeitete arbeitsrechtliche Fälle nach, wovon mindestens 50 gerichtliche oder rechtsförmliche Verfahren sein müssen.
Staatliche Universitäten erheben keine Studiengebühren, sondern Semesterbeiträge zwischen 150 € und 400 € bei einem BAföG-Höchstsatz von 992 € monatlich. Im Referendariat zahlen die Bundesländer eine monatliche Unterhaltsbeihilfe zwischen 1.384 € in Bremen und 1.860 € in Hessen, bevor für den Fachanwaltslehrgang inklusive Klausuren 1.600 € bis 2.570 € anfallen. Nach der Prüfung durch den Fachausschuss verleiht die zuständige Rechtsanwaltskammer die Befugnis, die Berufsbezeichnung Fachanwältin oder Fachanwalt für Arbeitsrecht zu führen.
Aspekt | Details |
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Dauer | 9,5 bis 11 Jahre |
Kosten | 1.600 € bis 2.570 € für den Fachanwaltslehrgang |
Voraussetzungen | Abitur, zwei Staatsexamina, 3 Jahre Anwaltszulassung, 100 Fälle |
Wo | LMU München, Universität zu Köln, Deutsche Anwaltakademie, Deutsches Anwaltsinstitut |
Ausbildungsalternativen und Lehrgangsformate im Vergleich
Berufsbegleitender Online- oder Fernlehrgang
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte absolvieren die 120 Theoriestunden hierbei über digitale Lernplattformen oder im Livestream, schreiben die drei Pflichtklausuren jedoch vor Ort. Der Nachweis der Selbststudienzeiten erfolgt über zusätzliche schriftliche Lernkontrollaufgaben gegenüber dem Kammervorstand.
Dauer: 3 bis 6 Monate
Kosten: 1.600 € bis 2.100 €
Anbieter: ARBER-Verlag, Juristische Fachseminare, Wolters Kluwer
Vorteile: Keine Reisekosten, kein Kanzleiausfall, freie Zeiteinteilung
Nachteile: Geringerer kollegialer Austausch, hoher Disziplinbedarf
Kombinierter Masterstudiengang mit integriertem Fachanwaltslehrgang
Hochschulen bieten postgraduale Masterstudiengänge im Arbeitsrecht an, deren Theorie-Module direkt als theoretischer Teil der Fachanwaltsausbildung nach § 4 der Fachanwaltsordnung anerkannt sind. Absolventinnen und Absolventen erwerben mit einer zusätzlichen Masterarbeit den akademischen Grad Master of Laws sowie das Lehrgangszertifikat für die Rechtsanwaltskammer.
Dauer: 12 bis 24 Monate
Kosten: 5.750 € bis 14.040 €
Anbieter: Universität Münster (JurGrad), Hochschule Mainz, SRH Fernhochschule
Vorteile: Doppelqualifikation durch akademischen Grad und Fachanwaltstheorie
Nachteile: Hohe Studiengebühren, zusätzlicher Aufwand durch Masterarbeit
Zweiter Bildungsweg über das Studium des Wirtschaftsrechts
Studierende ohne direktes Universitätsstudium beginnen oft mit einem Bachelor of Laws an einer Fachhochschule und wechseln anschließend an eine Universität, um die Erste Juristische Prüfung abzulegen. Ohne die beiden staatlichen Pflichtfachprüfungen und das Referendariat ist eine Zulassung zur Rechtsanwaltschaft und damit zum Fachanwaltstitel gesetzlich ausgeschlossen.
Dauer: 11 bis 13 Jahre bis zum Fachanwaltstitel
Kosten: Semesterbeiträge an staatlichen Hochschulen oder ab 10.000 € an privaten Hochschulen
Anbieter: Hochschule Mainz, FOM Hochschule, anschließend Wechsel an die FernUniversität in Hagen oder Präsenzuniversitäten
Vorteile: Praxisnaher Einstieg, erster berufsqualifizierender Abschluss nach 3 Jahren
Nachteile: Zeitverlust beim Übergang zur Staatsprüfung
Spezialisierungen im Arbeitsrecht
Nach dem Erwerb des Titels konzentrieren sich Fachanwältinnen und Fachanwälte häufig auf spezifische Mandantengruppen oder angrenzende Rechtsgebiete, da die Bundesrechtsanwaltsordnung das Führen von bis zu drei Fachanwaltstiteln erlaubt. Eine klare Positionierung grenzt Kanzleien in Großstädten vom Wettbewerb ab und erschließt lukrative Beratungsmandate in Unternehmen.
Spezialisierung | Beschreibung | Informationen |
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Kollektives Arbeitsrecht | Beratung zu Tarifverträgen, Streikrecht und Mitbestimmung | Fokus auf Betriebsräte, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände |
Kündigungsschutzrecht | Vertretung bei Beendigungskonflikten und Aufhebungsverträgen | Zertifizierung über den Verband deutscher ArbeitsrechtsAnwälte möglich |
Syndikusrechtsanwalt | Unternehmensinterne Rechtsberatung in Personal- und Rechtsabteilungen | Eigene Zulassung nach § 46a BRAO erforderlich |
Arbeits- und Sozialrecht | Schnittstelle zu Sozialversicherungsprüfung, Scheinselbstständigkeit und Renten | Kombination mit dem Titel Fachanwalt für Sozialrecht |
Restrukturierung und Insolvenz | Interessenausgleich, Sozialpläne und Betriebsübergänge nach § 613a BGB | Häufig in Wirtschaftskanzleien und Insolvenzverwaltungen |
Kollektives Arbeitsrecht und Betriebsverfassungsrecht
Diese Spezialisierung umfasst die Begleitung von Tarifverhandlungen, Einigungsstellenverfahren sowie arbeitsgerichtlichen Beschlussverfahren nach dem Betriebsverfassungsgesetz. Vertiefende Ausbildungen bieten das Deutsche Anwaltsinstitut und die Deutsche Anwaltakademie in mehrtägigen Intensivkursen für zugelassene Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte an. Die Spezialisierungskurse dauern 15 bis 30 Zeitstunden, kosten zwischen 450 € und 1.200 € und eröffnen Karrierewege in Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften oder auf Betriebsratsberatung spezialisierten Kanzleien.
Syndikusrechtsanwalt im Bereich Arbeitsrecht
Syndikusrechtsanwältinnen und Syndikusrechtsanwälte arbeiten fest angestellt in Rechts- oder Personalabteilungen von Wirtschaftsunternehmen und verhandeln dort intern mit Betriebsräten oder begleiten Umstrukturierungen. Voraussetzung ist eine gesonderte Zulassung durch die Rechtsanwaltskammer nach § 46a der Bundesrechtsanwaltsordnung, die eine fachlich unabhängige und eigenverantwortliche Tätigkeit im Arbeitsvertrag vorschreibt. Die Zulassungsgebühren bei den Kammern liegen je nach Bezirk zwischen 250 € und 600 €, wobei die Anerkennung der Unternehmensfälle für den Fachanwaltstitel eine zusätzliche anwaltliche Zulassung erfordert und den Aufstieg zur Personalleitung ermöglicht.
Kombination mit dem Fachanwalt für Sozialrecht
Die Doppelqualifikation verbindet arbeitsrechtliche Mandate mit Fragen des Sozialversicherungsrechts, der Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung sowie dem Schwerbehindertenrecht. Hierfür müssen Anwältinnen und Anwälte einen weiteren 120-stündigen Fachanwaltslehrgang im Sozialrecht absolvieren und 80 praktische Fälle aus dem Sozialrecht nachweisen. Kurse beim Deutschen Anwaltsinstitut oder dem ARBER-Verlag dauern rund vier Monate, kosten zwischen 1.650 € und 2.300 € und qualifizieren für die umfassende Betreuung von Kliniken, Wohlfahrtsverbänden und mittelständischen Betrieben.
Organvertretung und Dienstvertragsrecht für Führungskräfte
Spezialisierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte beraten Vorstände, Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sowie leitende Angestellte bei Dienstverträgen, Haftungsfragen und Trennungsvereinbarungen. Der Verband deutscher ArbeitsrechtsAnwälte vergibt hierfür den Titel Zertifizierter Berater Arbeitsrecht für leitende Angestellte und Führungskräfte an Bewerber mit mindestens dreijähriger Berufserfahrung und 50 einschlägigen Mandaten. Die Zertifizierungsprüfung samt Fortbildungsnachweisen kostet rund 300 € bis 800 € an Gebühren und führt zu Mandaten in wirtschaftsrechtlichen Boutiquen sowie im Top-Management.
Ergänzende Weiterbildungen und Zertifikate
Zusatzqualifikationen erweitern das Beratungsspektrum über die reine Prozessführung hinaus auf außergerichtliche Konfliktlösung, Datenschutz im Beschäftigtenverhältnis und spezialisierte Nischenberatung. Viele dieser Seminare lassen sich gleichzeitig auf die jährliche gesetzliche Pflichtfortbildung von 15 Zeitstunden nach § 15 der Fachanwaltsordnung anrechnen.
Ausbildung zum Zertifizierten Mediator
In innerbetrieblichen Konflikten zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat setzen Unternehmen zunehmend auf Wirtschaftsmediation statt auf langwierige Gerichtsprozesse. Nach dem Mediationsgesetz erfordert der Titel Zertifizierter Mediator einen Lehrgang von mindestens 120 Präsenzstunden sowie fünf supervidierte Einzelfälle.
Zertifizierten-Ausbildung Mediation an der Deutschen Anwaltakademie (120 Stunden, ab 3.490 €)
Lehrgang Wirtschaftsmediation am Deutschen Anwaltsinstitut (120 Stunden, ca. 3.200 €)
Masterstudiengang Mediation und Konfliktmanagement an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) (24 Monate, 13.700 €)
Zertifizierter Datenschutzbeauftragter für Beschäftigtendatenschutz
Die Einführung von Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz, digitale Zeiterfassung und Homeoffice-Regelungen machen den Beschäftigtendatenschutz zu einem zentralen Beratungsfeld im Arbeitsrecht. Eine Weiterbildung zur Datenschutzbeauftragten oder zum Datenschutzbeauftragten befähigt Kanzleien, Mandanten auch als externe Prüfinstanz nach der Datenschutz-Grundverordnung zu betreuen.
Ausbildung zum Datenschutzbeauftragten (TÜV) bei der TÜV Rheinland Akademie (5 Tage, ca. 2.150 €)
Zertifikatslehrgang Datenschutzbeauftragter bei der Bitkom Akademie (4 Tage, ca. 1.990 €)
Spezialseminar Beschäftigtendatenschutz bei der Deutschen Anwaltakademie (5 bis 10 Stunden, ab 260 €)
Spezialzertifizierungen des Verbandes deutscher ArbeitsrechtsAnwälte (VDAA)
Um innerhalb der großen Gruppe der Arbeitsrechtlerinnen und Arbeitsrechtler eine nachprüfbare Schwerpunktexpertise auszuweisen, vergibt der VDAA eigene Beraterzertifikate. Voraussetzung sind der Nachweis spezifischer Fallzahlen im Teilgebiet sowie 10 jährliche Fortbildungsstunden im jeweiligen Segment.
Zertifizierter Berater für Kündigungsschutzrecht (VDAA e.V.)
Zertifizierter Berater Arbeitsrecht für Unternehmer (VDAA e.V.)
Zertifizierter Berater Arbeitsrecht für Arbeitnehmer (VDAA e.V.)
Bewerbung und Zugangsvoraussetzungen bei der Kammer
Der Antrag auf Verleihung der Fachanwaltsbezeichnung wird nach Abschluss von Lehrgang und Fallbearbeitung direkt bei einer der 28 regionalen Rechtsanwaltskammern in Deutschland eingereicht. Die Fachanwaltsordnung (FAO) der Bundesrechtsanwaltskammer regelt bundeseinheitlich sämtliche Nachweispflichten für den Fachausschuss.
Zugangsvoraussetzungen nach der Fachanwaltsordnung
Anwaltliche Zulassung: Mindestens dreijährige Zulassung und Tätigkeit innerhalb der letzten sechs Jahre vor Antragstellung nach § 3 FAO.
Theoretische Kenntnisse: Absolvierung des 120-stündigen Fachanwaltslehrgangs nach § 4 FAO im Individual-, Kollektiv- und Verfahrensrecht.
Leistungskontrollen: Bestehen von mindestens drei schriftlichen Aufsichtsarbeiten zu je fünf Zeitstunden nach § 4a FAO.
Praktische Erfahrungen: Nachweis von 100 persönlich und weisungsfrei bearbeiteten Fällen im Arbeitsrecht nach § 5 Abs. 1 lit. c FAO, davon mindestens 50 gerichtliche oder rechtsförmliche Verfahren.
Abschluss des Fachanwaltslehrgangs und Sammlung der korrigierten Originalklausuren samt Aufgabenstellungen und Bewertungen.
Erstellung der standardisierten Fallliste mit Aktenzeichen, Gegenstand, Bearbeitungszeitraum, Art und Umfang der Tätigkeit sowie Verfahrensstand.
Einreichung des unterschriebenen Antrags über das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer und Zahlung der Bearbeitungsgebühr von 250 € bis 500 €.
Prüfung durch den Fachausschuss, gegebenenfalls Nachreichung anonymisierter Arbeitsproben oder Teilnahme an einem ergänzenden Fachgespräch nach § 7 FAO, gefolgt von der Verleihungsurkunde.
Zusammenfassung und Vergleich der Wege
Ausbildungsweg | Dauer | Kosten | Voraussetzungen | Zielgruppe |
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Präsenz- oder Hybrid-Lehrgang | 3 bis 6 Monate | 2.100 € bis 2.570 € | Rechtsanwaltszulassung | Kanzleianwälte mit Fokus auf Netzwerken |
Online-Fernlehrgang | 3 bis 6 Monate | 1.600 € bis 2.100 € | Rechtsanwaltszulassung | Vollzeitbeschäftigte mit hoher Mandatslast |
Masterstudium (LL.M.) mit FAO-Kurs | 12 bis 24 Monate | 5.750 € bis 14.040 € | Erstes oder Zweites Staatsexamen | Berufseinsteiger und akademisch Orientierte |
Zweiter Bildungsweg über LL.B. | 11 bis 13 Jahre | Ab 1.600 € plus Studienkosten | Fachhochschulreife oder Abitur | Wirtschaftsjuristen mit Ziel Anwaltschaft |
Aus finanzieller Sicht bieten reine Online-Lehrgänge mit Preisen ab 1.600 € sowie Frühbucher- und Junganwaltsrabatten den günstigsten Einstieg, zumal Arbeitgeber oder Kanzleien die steuerfreien Fortbildungskosten häufig vollständig übernehmen. Unter dem Zeitaspekt empfiehlt es sich, den theoretischen Lehrgang bereits während des juristischen Referendariats oder im ersten Berufsjahr zu absolvieren, damit der Titel sofort nach Erreichen der dreijährigen Zulassungsfrist beantragt werden kann. Für persönliche Karriereziele in internationalen Großkanzleien oder Konzernrechtsabteilungen bietet die Kombination aus Fachanwaltslehrgang und Master of Laws den größten strategischen Mehrwert.
Arbeitsmarkt, Statistik und Zukunftsaussichten
Laut der Fachanwaltsstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer ist das Arbeitsrecht mit 11.253 Titelträgerinnen und Titelträgern vor dem Familienrecht (8.314) und dem Steuerrecht (4.584) die mit Abstand beliebteste Fachanwaltschaft in Deutschland. Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit wird die Tätigkeit aufgrund der hohen regulatorischen Dichte als hoch komplexe Spezialistentätigkeit mit stabiler Nachfrage geführt. Wirtschaftlicher Strukturwandel, Personalabbauprogramme in der Industrie, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Personalwesen sowie europäische Richtlinien wie die Entgelttransparenzrichtlinie sichern Arbeitsrechtlerinnen und Arbeitsrechtlern langfristig ein hohes Mandatsaufkommen.
Zur Modernisierung des Berufsrechts hat die Satzungsversammlung der Bundesrechtsanwaltskammer die Zugangshürden im Arbeitsrecht angepasst: Das frühere Pflichtquorum von mindestens fünf Fällen aus dem kollektiven Arbeitsrecht wurde gestrichen, sodass die 100 Fälle nun aus mindestens vier der gesetzlich definierten Teilbereiche stammen müssen. Den wirtschaftlichen Stellenwert und die laufende Weiterentwicklung der Qualifikation betont der Deutsche Anwaltverein:
Die Verleihung einer Bezeichnung als Fachanwältin oder Fachanwalt ist ein Ausweis besonderer Qualifikation und bringt erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Rechtssuchende Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Institutionen und Organisationen suchen gezielt nach Fachanwältinnen und Fachanwälten.
— Silvia C. Groppler, Rechtsanwältin und Notarin, Mitglied im Vorstand des DAV, Anwaltsblatt, 2025
Kennzahl | Wert | Quelle |
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Zugelassene Fachanwälte für Arbeitsrecht | 11.253 | Bundesrechtsanwaltskammer |
Gesamtzahl aller Fachanwältinnen und Fachanwälte | 47.436 | Bundesrechtsanwaltskammer |
Jährliche Fortbildungspflicht nach § 15 FAO | 15 Zeitstunden | Fachanwaltsordnung |
Nach der Verleihung des Titels endet das Lernen nicht: Gemäß § 15 der Fachanwaltsordnung müssen Fachanwältinnen und Fachanwälte für Arbeitsrecht kalenderjährlich mindestens 15 Zeitstunden auf ihrem Fachgebiet hörend oder dozierend an Fortbildungen teilnehmen oder wissenschaftlich publizieren. Maximal fünf dieser Stunden dürfen im Wege des überprüfbaren Selbststudiums mit anschließender Lernerfolgskontrolle absolviert werden, andernfalls droht nach erfolgloser Nachfristsetzung der Widerruf der Fachanwaltsbezeichnung durch die Rechtsanwaltskammer nach § 43c der Bundesrechtsanwaltsordnung.
Der Weg zur Fachanwältin oder zum Fachanwalt für Arbeitsrecht verbindet die klassische voll-juristische Staatsausbildung mit einer streng regulierten postgradualen Praxis- und Theoriephase. Während das Grundstudium und das Referendariat fest vorgegeben sind, bieten digitale Lehrgangsformate, kombinierte Masterstudiengänge sowie Zertifizierungen im Kündigungsschutz- oder Sozialrecht vielfältige Möglichkeiten zur individuellen Profilbildung auf dem juristischen Arbeitsmarkt.